Die Geschichte zum Verein
Die Geschichte zur Vereinsgründung:
Ich heiße Peter Tropper und hatte aufgrund der schweren Erkrankung meiner Frau Carmen die Idee, einen Verein zu gründen.
In den ersten Tagen nach der Diagnose lief eigentlich alles wie in Trance ab und wir hofften nur, aus diesem Albtraum aufzuwachen. Statt eines geplanten, gemütlichen Familienurlaubs drehte sich unser Alltag plötzlich um die Krankheit. Von heute auf morgen ging es nur mehr ums Überleben – und das weil jemand meiner Frau ein „Ablaufdatum“ gegeben hat.
Die Gefühle innerhalb der Familie gingen auf und ab. Man merkte, dass die sonst so fröhliche Stimmung auf einmal aus dem Haus entwichen war. Wo sonst Lachen und Leichtigkeit waren, herrschten auf einmal Sorgen und Ungewissheit. Der Tagesablauf war nun geprägt von Medikamentengabe und Aufbereitung von künstlicher Nahrung. Obwohl wir versucht haben, den Alltag so normal wie möglich zu gestalten, war der Kopf voll von Gedanken, sodass er keinen Lichtblick zu ließ. Man konzentrierte sich auf das Wesentliche, verbrachte so viel Zeit wie möglich zusammen und sprach über alles, was kommen könnte.
Ein Gedanke, der mich aber nie losließ, war der Wunsch, dass meine Frau und ich zusammen alt werden. Ich weiß, das klingt jetzt nicht spektakulär, aber für uns beide wunderschön. Wenn man diesen einen Menschen gefunden hat, nach dem man so lange gesucht hat, der sein Seelenverwandter ist, dann gibt man ihn nicht mehr her.
Das Gute am Alltag ist, dass er einen immer wieder einholt und so war es auch bei uns, sodass vieles wieder alltäglich wurde. Natürlich aber immer mit der Krankheit als Begleiterscheinung. Familie, Freunde und Verwandte halfen uns so gut es ging und wir besuchten auch wieder Feierlichkeiten wie Geburtstage und Hochzeiten. Oft zwar nur kurz, weil Carmen nach den Chemotherapien schnell erschöpft war, aber jede dieser kleinen Auszeiten bedeutete uns viel.
Auch bei uns wurde wieder gefeiert, der große Tag unserer Tochter. Familie, Verwandte, Freunde – alle kamen und für einen kurzen Moment war alles wie früher. Lachen, Freude und Heiterkeit durchzogen das Haus.
Doch kurz darauf traf uns der nächste Schicksalsschlag. Mein Vater, der wenige Tage vorher noch mit uns gefeiert hatte, verstarb. Ich war mit ihm alleine im Verabschiedungsraum im Krankenhaus und fragte ihn mit Tränen in den Augen nach dem Sinn. Als ich meinen Papa anschaute, sah ich in seinem Gesicht ein zufriedenes Lächeln. Ich bat ihn also, uns zu helfen, wo auch immer er jetzt ist – und ich weiß, dass er das auch macht.
Einige Tage nach seiner Beerdigung geschah dann etwas Merkwürdiges. Ich wachte mitten in der Nacht auf und konnte nicht mehr einschlafen. An und für sich war das nichts Außergewöhnliches, da ich bereits seit einiger Zeit einen leichten Schlaf hatte. Doch diesmal ging ich ins Wohnzimmer und nahm mein Handy in die Hand. Ohne etwas Bestimmtes zu suchen, schaute ich aufs Handy und plötzlich tauchte die Schweizer Klinik Aarau auf. Eine Klinik, die auf Hyperthermie und andere Krebstherapien spezialisiert ist. Dort gibt es eine spezielle Tiefen-Therapie, die meiner Frau helfen könnte. Vielleicht ein Zufall oder doch eine schicksalshafte Wegweisung. Wer weiß.
So entstand auch der Name „Wärme fürs Leben“. Denn die Hyperthermie ist eine gezielte Überwärmung eines Körperteils oder des gesamten Körpers. In der Schweiz gehört diese Therapieform bei vielen Krebsarten längst zur Standarttherapie und wird von der Krankenkasse übernommen. Bei uns in Österreich gab es diese Behandlungsmöglichkeit bis ca. 2008 in Graz. Warum sie aufgelöst wurde, ist mir nicht bekannt, aber es wurden damit schon damals sehr gute Erfolge erzielt.
Aufgrund dessen begann ich erstmals ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir diese Therapie finanzieren könnten. Ich sprach mit unserer Familie, hörte mir Meinungen an, sammelte Ideen. Und durch all die Ideen und eigenen Erfahrungen, die wir gemacht haben, wurden die Gedanken immer größer.
Unsere Erfahrungen zeigten uns, wie wenig Unterstützung man oft bekommt.
Hätten wir nicht darauf beharrt, dass etwas bezüglich der Ernährung geschehen muss, wäre meine Frau wahrscheinlich fast verhungert.
Wären wir nicht selbst auf die Idee mit der Immunstärkung gekommen, hätte Carmen wahrscheinlich noch schlimmere Chemo-Nebenwirkungen.
Hätten wir uns nicht selber nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten erkundigt, würden wir auch nichts davon wissen. In Österreich gibt es nicht viele Alternativen und kaum ein Onkologe wird Ihnen den Rat geben, ins Ausland zu schauen.
Es geht nicht darum, Luftschlösser zu bauen oder kopflos zu handeln. Es geht darum, alle realen Möglichkeiten auszuschöpfen, gezielt abzuwägen und mutig zu sein. Leider ist das Unterfangen mit einer ausländischen Klinik nicht zustande gekommen, doch man sollte seinen Glauben behalten und sein Ziel „Heilung“ stehts im Kopf behalten. Rückschläge wird es immer wieder geben, wichtig ist, jemanden an seiner Seite zu haben, der einen stützt.
Wenn ich mir unsere Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte ansehe, mit wieviel Herz sie bei Carmen sind, weiß ich, dass der Weg stimmt. Sie bemühen sich alle, ihr so gut wie möglich zu helfen und den Verein zu erschaffen, damit wir sofort handeln könnten, wenn wir es brauchen.
Der Beginn ist immer auf seine innere Stimme und sich selbst zu hören. Es ist leider das Schwerste, was man lernen muss, um den Fokus nicht zu verlieren, wenn der Weg aussichtslos erscheint.
Natürlich haben meine Frau und ich auch über den schlimmsten Fall gesprochen und für uns ein vernünftiges Abkommen geschlossen. Doch bis dorthin werden wir alles versuchen.
Es wird irgendwann die Zeit kommen, an der man auf sein Leben zurückschaut, es für gut empfindet und dann mit einem Lächeln einschläft. Aber das dauert bei meiner Frau und mir noch ganz lange. Davor möchten wir gemeinsam noch ganz viele Abenteuer erleben und zusammen alt werden.
Als ich mir Gedanken über alles machte, wurde mir bewusst, dass wir nicht die Einzigen sind. Es gibt so viele Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, die aber vielleicht zu schwach sind, um sich selbst zu helfen oder die sich aus Angst und Scham nicht zutrauen, neue Wege zu gehen. Menschen, die in ihrer Ohnmacht feststecken.
Ich weiß, dass man nicht allen und jedem helfen kann. Aber wenn wir auch nur einem einzigen dieser Menschen helfen können, haben wir der Welt schon ein Stück mehr Herzenswärme geschenkt.
Aus diesen Gedanken heraus wurde die Idee zum Verein „Wärme fürs Leben“ geboren.
Ich möchte mich nun hier nochmals bei all unseren Familienangehörigen, Verwandten, Freunden und Bekannten bedanken, die uns so tatkräftig unterstützen.
Leider weiß ich auch, dass ich nicht der Richtige bin, um diesen Verein danach weiterzuführen. Ich werde natürlich helfen und unterstützen, wo auch immer ich gebraucht werde. Die Kraft und den Glauben in der jetzigen Stärke kann ich aber nur für meine Frau aufbringen.
Doch ich habe den perfekten Menschen für diese Aufgabe in meinen Gedanken. Jemand, der sich für andere einsetzen kann, das nötige Fachwissen hat, sich in andere einfühlen kann und dies als seine Bestimmung sieht. Jemand, der seinen Weg gefunden hat und weiß, wovon er spricht.
DANKE
In Liebe, Peter
